Visualisierung von Wissen

     
 

Paul Michel / Johannes Depnering / Marc Winter / Rebekka Stutz / Daniel Candinas:

Visualisierung von Wissen

Inhaltsübersicht

Fragestellung / Vorgehen / Material-Corpus / Grundsätze

Aus der Werkstatt von VisWis

Link-Liste zum Thema »Graph Visualization«

Projekte, die sich mit diesem Thema befassen

Hinweise auf Publikationen (anderer Forscherinnen und Forscher) zum Thema

Sagt ein Bild wirklich mehr als 1000 Worte? Zwei kleine Tests.

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Kontaktadresse

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Dank

Das Projekt wurde bislang mit namhaften Beträgen unterstützt von der • Cogito Foundation, von der • Georg und Bertha Schwyzer-Winiker-Stiftung, von der • UBS Kulturstiftung, von der • Genossenschaft zum Baugarten, von der • Vontobel-Stiftung, von einem (nicht genannt sein wollenden) • privaten Gönner.

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Fragestellung: Wie funktioniert Wissensvermittlung durch Bilder / Graphiken?

Segnius irritant animos demissa per aurem
quam quae sunt oculis subiecta fidelibus
.
(Schwächer erregt die Aufmerksamkeit, was seinen Weg durch das Ohr nimmt,
als was vor die verlässlichen Augen gebracht wird. HORAZ, Ars Poetica V.180ff.)

Dass wir alltäglich einer nur teilweise durchschauten Flut von Bildern ausgesetzt sind, ist eine Binsenwahrheit. Seltsamerweise hört man bildungsbeflissene Kulturkritiker nur über die »Dominanz des Visuellen« klagen, ohne dass jeweils klar gemacht würde, wo denn genau das Kommunikations-Problem liege oder worin allenfalls das Schädliche der Bilder bestehe.

Die akademische Welt stellt bisher noch kaum griffige Werkzeuge zur Deutung und Kritik bereit. Am ehesten beschäftigen sich mit dem Problem: die Medienpädagogik sowie Fachhochschulen im Fach Infografik, die »Visual culture studies« im angelsächsischen Raum.

Es geht in diesem Projekt nicht um Bilder als Ausdruck eines Gefühls; nicht um Bilder, die die Dinge der Welt neu sehen lassen; auch nicht um appellative Bilder (z.B. solche in der Werbung oder politischen Propaganda) – sondern um Bilder im Dienst der Wissensvermittlung, Gebrauchsgraphik.

Die Fragestellung lässt sich so präzisieren: Wie werden Wissens-Elemente in Form von (einen Text begleitenden oder Text ersetzenden) Bildern, Schemazeichnungen, Diagrammen, Info-Grafiken vermittelt? Diese Frage lässt sich in zwei Richtungen entfalten:

• Wie erfüllen die Illustratoren den Auftrag, ein Wissens-Element graphisch zu realisieren?

• Wie ›decodiert‹ der in einer Enzyklopädie Nachschlagende, ein World-Wide-Web-Benutzer, ein Zeitungsleser usw. solche Bilder, um das damit visualisierte Wissen zu erkennen? Ein Kabinettstück der Bildpädagogik ist das Aufdecken von Unterschieden täuschend ähnlicher Bilder.

Geschult werden soll ferner die Fähigkeit zur Beurteilung visueller Information. Die Analyse soll die Benutzer befähigen, wirklich erhellende Visualisierungen von blossen Gimmicks und falschen (misslungenen oder gar bewusst irreführenden) Bildern zu unterscheiden.

(Immer wieder wird die Frage gestellt, was wir im Projekt denn unter ›Wissen‹ verstehen. Einiges dazu hier.)

Vorgehen

Produktion wie Rezeption wissensvermittelnder Bilder lässt sich klären mittels eines hinlänglich auflösenden, systematischen, womöglich kultur­übergreifenden Kategorienrasters.

Dieses Raster – dessen Entwicklung ist das eigentlich Innovative am Projekt – wird in mehreren Dimensionen ausgespannt:

(O) Logischer Status des Objekts, das visualisiert wird. Unter Objekt werden nicht nur einzelne ›Dinge‹ in der Welt verstanden, sondern auch Ungegenständliches, Prozesse, Aussagen, mathematische Funktionen, Relationen statistischer Daten und andere mentale Konzepte.

Übersicht in diesem Kapitel. Ein Objekt in diesem Sinne sind beispielsweise taxonomische Aufteilungen von Mengen, die als Baumgraphen visualisiert werden können. Ein Beispiel für eine Objektgruppe sind menschliche Figuren. Die Vielfalt von Visualisierungsprozederes für eine Objektgruppe erhellt am Beispiel der Visualisierung von Psychischem sowie von Topographischem oder von Prozessen.

(T) Transformationsprozeduren, mittels derer Wissenselemente (O) ins Medium Bild überführt werden. Gemeint sind nicht ›bildgebende Verfahren‹ wie das Röntgen, der Seismograph oder der Abklatsch (engl. rubbing) usw.; hierzu mehr hier. Sondern es geht um die didaktische Kreativität von Graphikern. Die im engeren Sinn graphischen Fertigkeiten (Realisation mittels Holzschnitt, Farb-Lithographie, computer aided imagery) werden weitgehend ausgeklammert.

Übersicht in diesem Kapitel. Ein Beispiel ist die Visualisierung von Daten-Relationen mittels Tabellen. Einfachere Beispiele: die Visualisierung von InnenansichtenVerzerrungen

(B) Baukasten (toolbox) formaler Mittel: Die Bildidee wird schließlich umgesetzt in Punkte, Linien, Flächen, Schraffuren, Rasterungen, Farben, Grids, illusionistische/mimetische Bilder; es werden Teil-Bilder nebeneinandergestellt, verknüpft; Bilder werden mit Texten kombiniert. Es gibt auch ornamentale Beigaben.

Als Beispiele dienen die Verwendung von Linien sowie die Pictogramme sowie das Nebeneinanderstellen von Bildern sowie die Bild-Text-Bezüge. Anhand der bildstatistischen Mengenbilder von Otto Neurath wird die diesbezügliche Sorgfalt eines Graphikers verdeutlicht.

(F) Funktion des Bildes. Es ist zu simpel zu sagen, Bilder dienten der ›Veranschaulichung‹. Auch die übergreifende Funktion ›Attraktivitätssteigerung‹ greift zu kurz. Zur Abklärung der Funktion dient die Frage: Was weiss der Benutzer mehr, wenn er eine Visualisierung des Objekts hat? Es lassen sich grob kognitive und pragmatische Funktionen unterscheiden.

Eine der pragmatischen Funktionen ist die adhortative (ermahnende, auffordernde); vgl. dazu insbesondere das Kapitel über den Petrarkameister. Es gibt (auch in wissensvermittelnder Literatur) Bilder, die nur als Garnitur dienen.

(V) Es gibt graphische Elemente, die nicht eigentlich ein Objekt visualisieren, sondern Verstehenshilfen für den Betrachter abgeben.

(H) Ferner ist (historisch und kulturspezifisch) jeweils zu fragen: Welches Hintergrundwissen bringen die Bildbenutzer mit bzw. welches setzen die Bildproduzenten voraus? In welchem Kontext erscheint die Visualisierung?

Die geschichtliche Dimension wird demonstriert am Beispiel der Bebilderung der frühen populärwissenschaftlichen Literatur und der Embleme.

In dieser Rubrik steht auch ein Kapitel über die Wiederverwendung von Bildern (in ein und demselben Buch sowie von Buch zu Buch weitergegeben) sowie ein Kapitel über zählebige Bildtraditionen.

Diese Faktoren sind voneinander abhängig und wirken zusammen. Oft taugen zur Visualisierung eines (O)bjekttyps verschiedene (T)ransformationsprozeduren und haben verschiedene (F)unktionen.

Material-Corpus

Den Löwenanteil des Materials liefern Illustrationen in Enzyklopädien. Hier sind wir im Zentrum der Wissensvermittlung, ausserdem sind die Bilder von einem Text umgeben, den sie erhellen bzw. der sie erhellt, was ihre Deutung ermöglicht. Einzelne Bildtypen finden sich auch in spezielleren, insbesondere populärwissenschaftlichen Lehrbüchern, Gebrauchsanleitungen, Ratgebern, ja sogar in der Erbauungsliteratur.

Einbezug der historischen Dimension.

Aus verschiedenen Gründen enthält das Materialcorpus viele ältere Dokumente:

  • Die Objekte sind in früheren Zeiten oft einfacher als heutzutage und deshalb leichter verständlich.
  • Es ist erhellend, wann und wie Illustrationsaufgaben das erste Mal gelöst wurden, welche Bedürfnisse den Willen zur Visualisierung hervorgetrieben haben usw.
  • Man kann zeigen, dass viele Visualisierungen längst erfunden sind, die heute gang und gäbe und nur phantasievoll ausgestaltet sind.
  • Wir profitieren von der historischen Verfremdung, d.h. wir sind weniger schnell geneigt, etwas zu verstehen zu glauben; müssen den Kontext und Hintergrund bewusst erforschen.

Die historische Dimension an sich ist freilich nicht das Thema der Untersuchung, und so wird sie oft eingeebnet und es stehen gelegentlich in einer Rubrik Visualisierungen aus ganz verschiedenen Epochen nebeneinander.

Vgl. Michael Friendly / Daniel J. Denis, Milestones in the History of Thematic Cartography, Statistical Graphics, and Data Visualization > http://www.datavis.ca/milestones/ {3.Febr. 2017}

Unter dem Suchbegriff »graph visualization« findet man mit einer Suchmaschine oder bei Pinterest innert Sekunden hunderte moderner Infografiken; bunt, in 3D oder sogar animated. Es werden auch Tools zur Datenvisualisierung angeboten. Frage: Sind darunter logische Typen (gemeint sind nicht smarte Gadgets), die in unserem Projekt nicht erfasst sind?

Grundsätze/ Schwierigkeiten

Im luftleeren Raum über ›das Wesen des Bildes‹ meditieren führt kaum zu Einsichten. Erst anhand konkreter Text-Bild-Komplexe lässt sich ein solches Raster erarbeiten. Dazu muss man in die Fülle der Phänomene eintauchen und Fallbeispiele aus der Geschichte und auch aus fremden Kulturen beiziehen.

Stichwortartig: Von der Empirie ausgehendes Arbeiten auf der Grundlage der europäischen Geschichte (von Gutenberg bis zur Gegenwart) und ausser-europäischer Beispiele (China); logisch-analytische Betrachtungsweise; gut verständliche, jargonfreie Wissenschaftssprache; Bestreben, über punktuelle Studien hinaus zu einem umfassenden Modell zu gelangen; Aufdeckung auch von ideologisch instrumentalisierten Bildern.

Insofern als Visualisierungen einerseits in ganz verschiedenen Sach-Gebieten vorkommen, ist ein interdisziplinäres Arbeiten notwendig. Wir benötigen Hilfe von Biologen, Medizinern, Geographen, Technikern.

»Lange ging man davon aus, dass etwas Kompliziertes dadurch erklärt werden kann, dass man es in immer kleinere Einheiten zerlegt, um schliesslich die einfachsten Bestandteile zu finden.« Eine Küstenlinie erscheint in einer Flugzeug-Fotografie recht konturiert; fährt man mit einem Boot der Küste entlang, wird das schon komplexer; und erst recht, wenn man sie zu Fuß abschreitet und die Kieselsteine zählt... Lorenz Marti (von dem das Zitat stammt aus »Eine Hand von Sternenstaub«, Herder 2014, S. 172ff.) verweist auf Benoît Mandelbrot mit seiner Theorie der Fraktale, der darlegte, dass sich die Komplexität bei jeder Vergrösserung wiederholt.

Zielpublikum / Publikationsform

Alle, die sich gelegentlich über seltsames Wissen vermitteln wollende Bilder wundern oder umgekehrt: sie einfach naiv hinnehmen.

Fernziel des Projekts war es ursprünglich, ein Buch als Lehrmittel für Schüler und Studierende zu publizieren. Angefragte Lehrmittelverlage in der Schweiz und in Deutschland haben dafür allerdings wenig Interesse, denn ›Visualisierung‹ sei kein Schulfach. (Was nicht im Lehrplan steht, gibt es offenbar nicht.)

Eine Online-Publikation hat mehrere Vorteile: ✚ Größere Erreichbarkeit. (Unsere Homepage hat zum Teil über 300 "pageviews per day". Im März 2018 hatten 57 Besucher eine "visit duration" zwischen 15 und 30 Minuten.) ✚ Sie lässt sich laufend verbessern, während ein gedrucktes Buch (Auflage 300 Exemplare) in Bibliothekskellern verdämmert und nicht mehr revidierbar ist. ✚ Konnektivität: Die einzelnen Kapitel lassen sich mittels Links verknüpfen.

Aber steht das nicht alles bereits in der Wikipedia? – Nicht ganz so; aber gegen die Schwarmintelligenz ist in der Tat schwer aufzukommen...

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Aus der Werkstatt von VisWis

Technischer Hinweis:

• Diese Website ist nicht für Smartphones geeignet, sondern für herkömmliche Computer oder Tablets optimiert.

• Die meisten Bilder auf den Unterseiten dieser Website lassen sich vergrößern.

• Auf Geräten mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm (touch screen) durch Spreizen von zwei Fingern.

• Auf herkömmlichen Bildschirmen: Mit der sekundären Maustaste ins Bild klicken und je nach Browser wählen: "Bild in neuem Fenster öffnen" oder "Graphik anzeigen".

Wenn man auf das Wort >back< oben links klickt, kommt man (meistens) zu dieser Seite zurück.

 

Visualizing Knowledge (englische Projektbeschreibung aus dem Jahr 2012)

Using an analytical approach, this contribution presents a three-layered grid, specifying the pictorial object concerned, the functions intended and the visualization techniques.

 

Wissen kann sprachlich oder bildlich vermittelt werden. Jedes Medium hat seine Stärken und Schwächen. Die Unterschiede gilt es in diesem Projekt zu reflektieren.

Das Bild mit Auge und Zunge aus: Ottavio Scarlattini, Homo Et Eius Partes, Augsburg / Dillingen 1695.

 

Wie werden Bilder mit Texten (›captions‹) verbunden?

Verschiedene formale Techniken der Bild-Text-Verknüpfung

Darunter auch Sprechblasen und Ähnliches

 

Das Bildwörterbuch / the pictorial dictionary / le dictionnaire en images / el diccionario visual

 

Bilder, die ganz ähnlich aussehen, aber verschiedene Objekte visualisieren; wir nennen sie mit dem Terminus der Linguistik ›Homonyme‹.


 

Welche Objekte / Themen / Sujets werden visualisiert?

 

Welche Transformationsprozeduren führen vom Objekt zur Visualisierung?

 

Figuren-Typen in Visualisierungen.

Sehr oft sind auf wissensvermittelnden Bildern menschliche Figuren dargestellt, die – obwohl sie alle wie Menschen aussehen – bei genauerem Hinschauen ganz verschiedene Genealogien haben.

 

Bäume des Wissens

Thema ist Wissensorganisation mittels Graphiken (genauer: Graphen), die aussehen können wie Bäume mit Ästen und Verzweigungen.

 

Visualisierungen mittels Tabellen

Eine erste Sequenz ist der Logik von Tabellen und ihrem graphischen Aufbau gewidmet;
eine zweite Sequenz behandelt die Geschichte tabellarischer Graphiken in verschiedenen Disziplinen.

 

Visualisierung von Topographien

Geographie – Landkarten sind höchst eindrucksvolle Visualisierungs-Leistungen. Themen: Geschichte – Stilisierungen – Verbindung mit geologischem, politischem, statistischem oder anderem Daten-Material – anamorphotische Karten – phantastische Karten u.a.m.

 

Rebekka Stutz: Das Werk von Otto Neurath (1882–1945):

Transformation und Bildstatistik mit Signaturen – die Methode Isotype – Vermittlung im Museum

 

Pictogramme: Grade der Stilisierung von mimetischen Bildern — konventionelle Zeichen — Überleben alter Vorstellungen — Anwendungsgebiete

 

Visualisierungsideen müssen mittels zeichnerischer Elemente, d.h.: Punkte, Linien, Flächen realisiert werden. Es gibt eine große Vielfalt von Linien. Sie lassen sich formal bestimmen hinsichtlich ihrer Lage – Länge – Gerichtetheit – Gestalt und weiteren Kriterien...

 

Prozesse, Abläufe, Zyklen, Warenflüsse, kybernetische Regelkreise u.a.m. in Diagrammen

 

Mittels gewisser Techniken lassen sich Dinge darstellen, die – obwohl sie durchaus sichtbar wären – dem Auge verborgen sind: Innenansichten.

 

Verzerrungen, Überhöhungen, Distortionen, Anamorphosen

 

Bildvielheiten: Es gibt Bilder, die im Gegensatz zur Erfahrung stehen:

• entweder weil auf einem Bild dasselbe Objekt gleichzeitig mehrfach vorkommt

• oder weil auf einem Bild Objekte zusammen vorkommen, die es in der Wirklichkeit nicht können

 

Einzelne Phasen eines Geschehens / verschiedene Realitätsebenen / hetrodiegetische Sphären werden zusammen in einem einzigen Bild dargestellt (Simultanbilder)

 

Modelle: Es gibt Objekte, die zunächst in ein Gedankenmodell transferiert werden, welches dann visualisiert werden kann.

 

 

Visualisierung von Typen

(Ideale Baupläne, Abstrakta, Grundmuster u.ä.)

 

Visualisierung in Rekonstruktionen

(Baugeschichte, Archäologie, biologische Fossilienkunde, narrative Szenen)

 

Visualisierung von Raum–Zeit–Korrelationen

 

 

Mechanische Techniken zur Erzeugung von Visualisierungen

 

Umsetzung der Bildidee durch Graphiker: Druckverfahren, Ästhetik u.a.m.

 

Verstehenshilfen für den Betrachter

 

Bildverstehenskompetenz: Was muss der Betrachter wissen, um Visualisierungen zu interpretieren? Welche Irrtümer können unterlaufen? (Mit Verweisen auf die anderen Kapitel)

 

Funktionen von Visualisierungen

 

Emblematik [www.symbolforschung.ch]

Embleme: Seltsame Bild-Text-Verbünde im 16. und 17. Jahrhundert

 

Rebekka Stutz: Visualisierung von prudenzialem Wissen

Die Holzschnitte des Petrarkameisters in »Von der Artzney bayder Glück« (1532).

 

›Presse‹-Bilder [www – Wiki der UZH]

Acht Fallstudien zu E. G. Happel, »Gröste Denckwürdigkeiten der Welt« (Hamburg 1683–1691)

 

Bilder und Bildelemente ohne kognitive Funktion; Bilder als Garnitur

 

Visualisierung von Psychischem:

Emotionen – Temperamente – Charaktertypen – Laster

 

Von Buch zu Buch wandernde Bilder, Abgekupfertes, Bild-Zitate

 

Zählebige Bildtraditionen

 

Bilder, die es genau genommen gar nicht geben dürfte, die aber dennoch gezeichnet wurden …

 

Frontispizien von Enzyklopädien

Viele ältere Enzyklopädien enthalten Titelbilder, in denen u.a. metasprachliche Aussagen über das Werk gemacht werden.

 

Kolloquium [www: Schwz Ges f Symbolforschung 20. 9. 2014]

Sieben Referate zum Thema ›Visualisierungen‹ und weitere Materialien

 

Visualisierungen in der Medizin: Anatomie – Diagnostik – Hygieneforschung – Physiologie/Molekularbiologie – Pharmazeutik/Therapie– Genetik

 

Bilder in der »Margarita Philosophica« (Erstausgabe 1503) von Gregor Reisch

(zur Vorbereitung eines Teils des Sommerkurses des Kompetenzzentrums Zürcher Mediävistik der Universität Zürich 2021)

 

Geplant: Fehlerhafte, schlechte und absichtlich irreführende Visualisierungen

   

 

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Websites zum Thema »Graph Visualization«

Eine Orientierung bietet Thinkmap [www].

Wim Neeleman en Heleen Verhage, Historische hoogtepunten van grafische verwerking

Milestones in the History of Thematic Cartography [www] Milestones in the History of Thematic Cartography, Statistical Graphics, and Data Visualization. An illustrated chronology of innovations by Michael Friendly and Daniel J. Denis].

Immer für Überraschungen sorgt die Homepage von Chris Mullen: The Visual Telling of Stories. A Lyrical Encyclopedia of Visual Propositions A Lyrical Encyclopedia of Visual Propositions [www]

Auf der Site von Ralph Lengler & Martin J. Eppler, A Periodic Table of Visualization Methods [www] werden verschiedene Techniken der Visualisierung systematisch aufgelistet und mit je einem Beispiel versehen; leider nicht weiterführend.

Umfangreiche Sammlungen von modernen Graphen (die meisten EDV-generiert) mit guten Kurzbeschreibungen und Links zu den Quellen bieten: visualcomplexity [www] oder dataviz [www].

Homepage von Prof. Michael Stoll (Augsburg University of Applied Sciences)

Vierdimensionale animierte Tabellen von Hans Rosling bei Gapminder [www]

Database of Illustrators 1450-1950 [www] Database of Illustrators 1450-1950 (Department for History of Science and Technology of Stuttgart University)

David McCandless: information is beautiful [www]

Links zu derzeit tausenden von Infografiken auf: http://visualoop.com/infographics

Edoardo L'Astorina: Review of 20 best big data visualization tools > Webiste nicht mehr zugänglich

http://www.swissinfographics.com

Website http://www.iconicturn.de/ der Hubert Burda Stiftung

Infographics and reports help you tell better data-driven stories in a more engaging way > https://infogr.am/examples/infographics-reports

Arno Klein is building this searchable database of information graphics from visitor submissions and numerous repositories on the internet > http://www.infovis.info/index.php

Vision & Graphics Group at the Slovak University of Technology, Faculty of Informatics and Information Technologies in Bratislava > http://vgg.fiit.stuba.sk

Andy Kirk (freelance data visualisation specialist) > http://www.visualisingdata.com

Fritz Geller-Grimm / Marko Knepper / Inga Roedenbeck: Mit Bildern Wissen schaffen. Ausstellung im Museum Wiesbaden und in der Hessischen Landesbibliothek, 2008 > http://www.wissensbild.de/ausstellung.html

The World as Flatland (Amsterdam) > Website nicht mehr zugänglich

Julia Thomas / Tim Killick / Anthony Mandal / David Skilton: Database of Mid-Victorian wood-engraved Illustration> http://www.dmvi.cf.ac.uk/browseIcon.asp

The Visualization of Knowledge in Medieval and Early Modern Europe, Edited by Marcia Kupfer, Adam S. Cohen and J.H. Chajes, (Studies in the Visual Cultures of the Middle Ages, vol. 16), Brepols 2020. > Link zum Verlag

<Links kontrolliert am 5.12.2020>

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Projekte, die sich mit diesem Thema befassen

Humbolt Universität zu Berlin > Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik > »Das Technische Bild > Bildwelten [www] des Wissens

Nationaler Forschungs-Schwerpunkt »Bildkritik. Macht und Bedeutung der Bilder« (Universität Basel). Wie erzeugen Bilder Sinn – in der Wissenschaft, im Alltag, in der Kunst? eikones [www]

Das Netzwerk «Bildphilosophie» ist ein durch die DFG von 2009 bis 2012 gefördertes Wissenschaftliches Netzwerk (Universität Tübingen) – IMAGE – Zeitschrift für interdisziplinäre Bildwissenschaft – Glossar der Bildphilosophie

Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Bildkulturen

Projekt der Universität Stuttgart (Abteilung Geschichte der Naturwissenschaften und Technik): Database of Illustrators 1450–1950: 12’300 illustrators in natural history, medicine, technology and various sciences

DFG-Netzwerk Vor-Augen-Stellen. Das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk will eine Grammatik bildlicher Kommunikation erarbeiten ...

In the Shadow of the Tree: The Diagrammatics of Relatedness as Scientific, Scholarly, and Popular Practice (Februar 2019 bis 2023; Projektleitung Prof. Dr. Marianne Sommer, Universität Luzern) > link

Schweizerischer Nationalfonds (SNF): Der "Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder" würdigt Fotografien, Bilder und Videos, die mit ihrer ästhetischen Qualität und Kraft inspirieren und Erstaunen auslösen, Wissen vermitteln und illustrieren, menschliche Geschichten erzählen oder neue Welten entdecken. Siehe die Beiträge auf Flickr.

Links kontrolliert am 2.12.2020 — Genial ist es, wenn die Institutionen dann und wann mal die URL wechseln....

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Hinweise auf einschlägige Publikationen

Étienne-Jules Marey, La Méthode graphique dans les sciences expérimentales et principalement en physiologie et en médecine, Paris 1878 Digitalisat [www BNF] — Deuxième tirage, Paris: Masson 1885. Digitalisat [www Archive.org]

Willard Cope Brinton, Graphic methods for presenting facts, New York, The Engineering Magazine Company (© 1914); published 1919. Digitalisat [www]

Jacques Bertin, Semiologique Graphique. Les diagrammes, les réseaux, les cartes (1967)
> https://visionscarto.net/la-semiologie-graphique-a-50-ans

Walter Herdeg, Diagrams. The graphic visualisation of abstract data. Die graphische Visualisierung abstrakter Gegebenheiten. La visualisation graphique de données abstraites. Zürich: Graphis Press 1974; 4., erweiterte Auflage 1981.

Christian Doelker, Ein Bild ist mehr als ein Bild. Visuelle Kompetenz in der Multimedia-Gesellschaft, Stuttgart: Cotta 1997 und Neuauflagen. Link zum Verlag Klett-Cotta [www]

Christel Meier, Illustration und Textcorpus. Zu kommunikations- und ordnungsfunktionalen Aspekten der Bilder in den mittelalterlichen Enzyklopädiehandschriften, in: Frühmittelalterliche Studien Band 31 (1997), S. 1–31 und 28 Bildtafeln.

Christel Meier, Bilder der Wissenschaft. Die Illustration des ›Speculum maius‹ von Vinzenz von Beauvais im enzyklopädischen Kontext, in: Frühmittelalterliche Studien Band 33 (1999), S. 252–286 und 25 Bildtafeln.

Martin Liebig, Die Infografik, Konstanz: UVK-Medien, 1999 (Reihe praktischer Journalismus 39).

Gerhard Henschel, Die wirrsten Grafiken der Welt, Hamburg: Hoffmann & Campe 2003.

Franziska Prinz, Der Bildgebrauch in gedruckten Rechtsbüchern des 15. bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, Hamburg: LIT-Verlag 2006.

Edward Rolf Tufte, The Visual Display of Quantitative Information, 2nd edition, Fifth Printing, Graphics Press 2007. Vgl. die Homepage des Autors [www]

Uta von Debschitz / Thilo von Debschitz, Fritz Kahn, Man Machine / Maschine Mensch, Wien / New York: Springer 2009.

Carolyn Knight and Jessica Glaser, Diagrams. Innovative solutions for graphic designers, Mies (CH): RotoVision 2009.

Marie Neurath / Robin Kinross, The transformer. Principles of making isotype charts, London: Hyphen Press 2009. — Deutsche Fassung im Verlag Niggli (CH) 2016.

Daniel Rosenberg / Anthony Grafton, Cartographies of Time [Link zu: bibliodyssey.blogspot]: A History of the Timeline, Princeton Architectural Press 2010.

Robert Klanten [et al.], Data flow 2. Informationsgrafik und Datenvisualisierung / Visualising Information in Graphic Design, Berlin: Gestalten 2010.

Jörg Jochen Berns, Die Jagd auf die Nymphe Echo. Zur Technisierung der Wahrnehmung in der Frühen Neuzeit, Bremen: Ed. Lumière 2011.

Sandra Rendgen / Julius Wiedemann, Information Graphics, Köln: Taschen Verlag 2012. [480 Seiten Großfolio]

Sandra Rendgen / Julius Wiedemann, History of Information Graphics, Köln: Taschen Verlag 2012.

Johanna Drucker, Graphesis: Visual Forms of Knowledge Production, Harvard University Press 2014.

Christian Doelker, Bild Bildung. Grundzüge einer Semiotik des Visuellen, (hg. Thomas Hermann, Daniel Ammann, Gestaltung: Team hp Schneider), alataverlag 2014. > Webiste des Verlags

Viele Beispiele von Infografiken aus der U.d.S.S.R. findet man in dem Büchlein von 1963, das eingescannt ist auf der Website Советская инфографика. Книжка "СССР и капстраны" 1963 г. Источник: http://propagandahistory.ru/1217/Sovetskaya-infografika--Knizhka-SSSR-i-kapstrany-1963-g-/ propagandahistory.ru [www]

textimage [www] textimage = revue de l’étude du dialogue text-image (revue en ligne). N° 1 = printemps 2007 .... N° 10 = automne 2017.

Julius Wiedemann, National Geographic Infographics, Köln: Taschen Verlag 2016.

Nicola Mößner, Visual representations in science. Concept and epistemology, London / New York: Routledge 2018. – Vgl. die Homepage von N.Mößner > http://moessner.stellarcom.org/?page_id=16

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Sagt ein Bild wirklich mehr als 1000 Worte?

Zur Herkunft des Klischees vgl. den Eintrag in der engl. Wikipedia [www]

Es heisst auch »Seeing is understanding. Complex ideas can be communicated via graphics.«

Der Satz stimmt nur mit Einschränkungen.

Erster Test: Was ist auf diesem Bild dargestellt?

Zuerst selber eine Vermutung formulieren, dann: Lösung in neuem Fenster [pop-up]

 

Zweiter Test: Wie kann man, vor die Bilder von zwei schönen Frauen gestellt, herausfinden, wer dargestellt ist?

   Bild A

   Bild B

Diese Aufgabe ist nicht erfunden, sie stammt aus dem Endes des 8. Jahrhunderts! Lösung hier [pop-up]

 

letztes Update Januar 2021 – PM

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