Innenansichten

     
 

Aufgeschnitten – geröntgt – abgerollt – aufgeklappt – explodiert

Beschrieben werden hier Techniken zum Visualisieren von Objekten, die zwar optisch repräsentierbar, aber dem menschlichen Auge teilweise unzugänglich sind.

Die Technik ermöglicht aber auch weitere Ein-sichten.

 
     
 

Querschnitt

Geologie

Athanasius Kircher (1602–1680) hat in seinem »Mundus Subterraneus« (Amstelodami: apud Ioannem Ianssonium & Elizeum Weyerstraten 1664 > http://dx.doi.org/10.3931/e-rara-14326) hypothetische Erdquerschnitte entworfen. Der Hamburger Journalist Eberhard Werner Happel (1647–1690) greift das auf:

Darstellung der grossen Unterirdischen Feuerbehälter welche durch die Brennende Berge ausflammen. Aus: E. G. Happelii Gröste Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. Worinnen dargestellet/ und Nach dem Probier-Stein der Vernunfft examiniret werden/ die vornehmsten Physicalis. Mathematis. Historische und andere Merckwürdige Seltzamkeiten/ Welche an unserm sichtbahren Himmel/ in und unter der Erden/ und im Meer jemahlen zu finden oder zu sehen gewesen/ und sich begeben haben. Der Erste Theil. Einem jeden curieusen Liebhaber zu gut auffgesetzet/ in Duck verfertiget/ und mit vielen Figuren und Abrissen erläutert, Hamburg: Wiering 1683. > https://archive.org/stream/imageGIX360MiscellaneaOpal#page/n151/mode/2up

Für die Geologie wurde diese Technik entwickelt von James Hutton (1726–1797), Theory of the Earth, 1795 > http://www.lindahall.org/james-hutton/ {5. Okt. 2016}

Im Kinderbuch kommt der Querschnitt etwas phanatasievoll daher; wissenschaftlicher dann in einer Enzyklopaedie im 20.Jh.:

Die Welt in Bildern. Orbis pictus. Bilderbuch zur Anschauung und Belehrung, bearbeitet von Dr. Lauckhard, dritte druchgesehene Auflage Leipzig: E.J.Günther 1872. Tafel XXXI

Der Große Herder, Band 12, 1935, s.v. Vulkan

Literaturhinweis: Margrit Wyder, Wissen sichtbar machen. Zu Goethes Visualisierungsmethoden in der Geologie, in: Wir wandeln alle in Geheimnissen. Neue Erfahrungen mit Goethe, hg, L. von Mackensen, Kassel 2002, S. 87–125.

Technik

Ersch und Gruber, Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste, 1. Section / 40. Theil (1844); Fig. 14 — (Man beachte: Sogar der Holzbalken, an dem der vordere Puffer montiert ist, ist im Querschnitt gezeigt!) — Der zugehörige Artikel Eisenbahn digitalisiert hier > http://gdz.sub.uni-goettingen.de/dms/load/img/?PID=PPN351410511|LOG_0019

Anatomie

Gehirn des Menschen, aus: Meyers Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig 1908, s.v. Gehirn

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Teilweises Aufschneiden

Das Interessante an technischen Geräten oder Lebewesen oder geologischen Formationen usw. ist der Sicht von außen meist verborgen; das Ineinandergreifen der Teile des Mechanismus bzw. der Organe usw. muss durch geeignete graphische Mittel dargestellt werden.

••• Die Technik besteht darin, das Objekt zwar in seinem äußeren Habitus darzustellen, gleichzeitig aber die weniger interessierenden Oberflächenstrukturen teilweise wegzuschneiden, damit sich ein Blick ins Innere öffnet.

Franciscus Philippus Florinus [= Pfalzgraf Florinus Philipp von Sulzbach, 1630–1705], Oeconomvs Prvdens et legalis. Oder allgemeiner kluger und Rechts-verständiger Hauß=Vatter, bestehend in neun Büchern … Frankfurt: Ch. Riegel 1705; Band I; Tafel XVIII / Fig. I: Eine von Holtz gemachte Feuersprützen.

In der Bildlegende S.323 werden 20 Einzelteile beschrieben, z.B. 12. Die Studel/ welche das Wend-Rohr vest hält.— 13. Ist ein Stuck Schlauch vom Leder/ an welchem der Schnabel oder das Schnabel-Holtz vest und gehäb verbunden ist. usw.

Die Welt von A bis Z. Ein Lexikon für die Jugend, für Schule und Haus, hg. von Richard Bamberger, Fritz Brunner; Heinrich Lades, Reutlingen / Wien / Aarau 1953. s.v. Flugzeug

••• Das teilweise Öffnen kann auch mit der Technik des Querschnitts kombiniert sein:

Anton Springer, Handbuch der Kunstgeschichte, II: Frühchristliche Kunst und Mittelalter, 10. Auflage Leipzig 1919; Abb. 375 (nach Viollet le Duc). — Die Darstellung zeigt schön den normalerweise unsichtbaren Dachstuhl über dem Seitenschiff und die ›diaphane Struktur‹ des Triforiums.

Otto Lilienthal (1848–1896) integriert Querschnitte in die naturalistische Zeichnung eines Vogelflügels; er fügt das entsprechende Profil an der Stelle ein, wo es vorkommt. Der Flügel ist in Zentral-Perspektive gezeichnet; die Profile in Orthogonalprojektion:

Otto Lilienthal, Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst, Berlin 1889.
Quelle > https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Lilienthal

••• Das Bild des bedeutenden Wissenschafts-Popularisators Louis Figuier zeigt den von Prosper Antoine Payerne (1806–1886) entwickelten Hydrostat – eine moderne Taucherglocke – nicht einfach nur aufgeschnitten, sondern zeichnerisch liebevoll situiert in dem Ambiente, wo das Gerät eingesetzt wird:

Louis Figuier, Les Merveilles de la Science ou description populaire des inventions modernes. Bd.IV: L’Art de l’Éclairage – L’Art du Chauffage – La Ventilation – Les Phares – Les Puits artésiens – La Cloche à plongeur et le Scaphandre – Le Moteur à gaz – L’Aluminium – La Planète Neptune. Paris: Furne, Jouvet et Cie. [1870]; S. 663.

Kleiner historischer Exkurs: Die Darstellungsweise hat eine lange Tradition. Alexander der Große ist nach den in Spätantike und Mittelalter verbreiteten romanhaften Darstellungen in einer Tonne auf den Meeresgrund getaucht, daher diese Illustration:

Miniatur aus der »Histoire du bon roi Alexandre« (um 1320) > https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Tauchtonne_Alexander.jpg

Vgl das Bild von Alexanders Taucherglocke: Solothurn, Zentralbibliothek, Cod. S II 43 = Historienbibel aus der Werkstatt von Diebold, fol. 289r
> http://www.e-codices.unifr.ch/de/zbs/SII-0043/289r/0/Sequence-1125

Im Bild hier wird gezeigt, wie die von Edmond Halley (1656-1742) konstruierte Taucherglocke praktisch verwendet wird:

Description and Use of the Diving-Bell, in: Universal Magazine, London, March 1752 (p. 113/114) > http://hdl.handle.net/2027/mdp.39015021317295?urlappend=%3Bseq=143

Die eigentliche Taucherglocke wird später ohne situatives Umfeld tradiert. Die Visualisierungstechnik war bereits 1752 die der transparenten Ansicht; vgl. unten. Beispiel:

Systematische Bilder-Gallerie zur allgemeinen deutschen Real-Encyclopädie. Conversations-Lexicon in lithographirten Blättern, Carlsruhe und Freiburg in der Herder'schen Kunst und Buchhandlung, 1825–1827 (hier in der 3. Auflage 1828); Erste Abtheilung. Natur-Wissenschaft, Tafel XIII, 12. Die Taucherglocke von Halley.

••• Die Entfernung der äußeren, auch die Konstruktion tragenden Teile kann sehr weit gehen, damit die Funktionsweise gut ersichtlich ist. Beim Seidenwebstuhl wird hier auf den Mechanismus focussiert, wie ein ›Fach‹ geöffnet wird, d.h. die Vorrichtung, mit der abwechselnd ein Teil der Kettfäden angehoben, ein anderer abgesenkt wird, damit der Schussfaden hindurchgeführt werden kann:

Encyclopédie, Planches, tome XI (1772), Pl. LXIV: Développement des Cordes de Rame et de Sample, & leur action sur les fils de la chaîne des étoffes brochées; Fig. 1. Effet du sample & du rame sur la chaîne des étoffes. (Ausschnitt)

Die Visualisierung wird unter Weglassung aller stützenden Strukturen auf die für das Weben relevanten Teile konzentriert: den Kettbaum – die Kettfäden – die Teilstäbe – den Warenbaum; die ein Fach bildenden Litzenfäden mit den Litzenaugen – die über Seilzüge die beiden Fächer öffnende Hand. Die Schütze mit dem Schussfaden ist weggelassen.

Die Leistung des Graphikers der »Encyclopédie« ermisst man im Vergleich mit derjenigen im ca. 80 Jahre älteren Werk. Das technische Gerät ist nicht wesentlich anders, aber die Darstellung verstellt den Blick:

Christoph Weigel, Abbildung und Beschreibung der gemein-nützlichen Hauptstände, Regensburg 1698: Faksimile-Neudruck: Nördlingen: Uhl 1987. Abbildung gegenüber Seite 570

••• Hier ein etwas ausführlicher beschriebenes Beispiel aus dem Bergbaubuch von Georg Agricola (1556). Gezeigt wird ein Hebewerk für Aushub oder Wasser (Im Fachjargon: eine ›Kunst‹).

Der Holzschnitt könnte von Hans Rudolf Manuel Deutsch (1525–1571; Sohn von Niklaus Manuel Deutsch) stammen. Das Bild zeigt das Bergwerk halb aufgeschnitten über drei Geschoße: überirdisch den Pferdegöpel – im ersten Untergeschoß: die horizontale Welle mit der Bremsmechanik – im zweiten Untergeschoß den Bergmann (operarius), der den Bremsschuh bedient.

Nur das Nötigste ist im Bild gezeigt (von der vertikalen Welle links bis zum Schacht rechts). Interessant ist, dass der Zeichner das Pferd durch den Rahmen anschneidet; damit scheint es sich zu bewegen.

Der Text ist (weder im lat. Original noch in der frühneuhochdt. Übersetzung) nur schwer verständlich. Der Übersetzer ist Philipp Bechius [Bächi] 1521–1560. Agricola und Bechius haben diese Sprache der Technik neu entwickeln müssen. In der Antike wurden nicht derart komplexe Maschinen beschrieben, so dass sich Agricola hier hätte bedienen können.

Vom Bergkwerck xij Bücher darinn alle Emter / Instrument / Gezeuge … vorbildet / vnd klärlich beschriben seindt / erstlich in Lateinischer sprach / durch den Hochgelerten vnd Weitperümpten Herrn Georgium Agricolam … jetzundt aber verteütscht / durch den Achtparen vnnd Hochgelerten Herrn Philippum Bechium … Getruckt zuo Basel durch Jeronymus Froben vnd Niclausen Bischoffen im 1557. jar.

Bildlegende der deutschen Ausgabe 1557: Das kamp rad das an der spillen ist A. — Welle B. — Fürgelege C. — Prembscheibe D. — Korb E. — Prembschuoch [lat. harpago] F. — Schnellzeug G. — Schemell H. [vgl. unten] — Fahacke I.

Schiffner beschriftet (S. 138) so: »Das Kammrad an der stehenden Welle A. — Die liegende Welle B. — Das Getriebe C. — Die Bremsscheibe D. — Der Seilkorb E. — Der Bremsschuh [besser: das Übertragungsgestänge PM] F. — Der zweiarmige Hebel G. — Der Bremsklotz H. [Schemell in der Ausgabe 1557 ist ein Fehler; im Text ist der Schemel die Sitzfläche des Arbeiters, der sich um zu bremsen daraufsetzt.] — Der Sturzhaken I«

Dazu eine textnahe Paraphrase. Dafür wurde auch der ursprüngliche lat. Text »De re metallica« 1556 p. 123sqq. beigezogen.
> http://archimedes.mpiwg-berlin.mpg.de/cgi-bin/toc/toc.cgi?step=thumb&dir=agric_remet_001_la_1556

Die roß kunst mit der Premscheibe. Sie wird durch Pferde angetrieben. Sie hat eine stehende Achse (auffrechte spille [ganz links im Bild, ohne Verweisbuchstaben]), die in in die Erde hineinführt und an der unten ein Kammrad (tympanum dentatum / kamprad [A]) befestigt ist, sowie eine liegende Achse [B], auf der der Ritzel (fürgelege [C] = englisch pinion) sitzt. An dieser Achse sind zwei Räder angebracht: das eine [D] ist aus Scheiben gemacht, an welche (tigna / pfulbeum; < Pfühlbaum = Balken) anliegen; das andre beim Getriebe (korb [E]) ist aus Quersprossen (ex fusis / kerbhöltzer) gemacht, damit werden die Göpelseile angetrieben. [...]. Daran [D] legt man einen Haken an einer Kette (harpago / sturtzhacke [H]), so dass es den Göpel anhält, wenn es notwendig ist. [Dies ist der Fall, wenn einer der ledernen Säcke entleert werden muss.] Es ist ein Haken mit Kette am Ende des Pfühlbaums [das ist wohl der Bremsklotz bei H] angebracht. [Dann wird die Umlenkmechanik bei G umständlich beschrieben. Zuletzt der Schemel (schemell) unten, auf den sich der Bremser setzt, wenn er den Göpel anhalten will.] Der Arbeiter verhindert mit einem Brett [er hält es in der rechten Hand], dass sich die Bremse löst. Auf diese Weise wird der Bremsklotz angehoben und an die Bremsscheibe gedrückt, dass oft aus ihm kleine Funken springen.

Spezialliteratur:

Georg Agricola, Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen, in denen die Ämter, Instrumente, Maschinen und alle Dinge, die zum Berg- und Hüttenwesen gehören, nicht nur aufs deutlichste beschrieben, sondern auch durch Abbildungen, die am gehörigen Ort eingefügt sind, unter Angabe der lateinischen und deutschen Bezeichnungen aufs klarste vor Augen gestellt werden. [aus dem lat. Text von 1556 übers. und bearb. von Carl Schiffner] München 1994 (dtv 2328).

Georgius Agricola, De re metallica. Translated from the 1st Latin ed. of 1556, with biographical introduction, annotations and appendices upon the development of mining methods, metallurgical processes, geology, mineralogy & mining law from the earliest times zo the 16th century by Herbert C. Hoover and Lou Henry Hoover. London: The Mining Magazine, 1912. http://www.biodiversitylibrary.org/item/73704#page/5/mode/1up.

Olessia Schreiber, Der frühneuhochdeutsche bergmännische Wortschatz. Studien zu Georgius Agricolas „Vom Bergkwerck XII Bücher“, Dissertation TU Dresden 2005. (ist online)

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Transparent machen

Das Innere des Körpers ist für das normale Sehvermögen verborgen. Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923) hat 1895 entdeckt, dass man mit elektromagnetischen Strahlen, die von einer punktförmigen Quelle aus durch den Körper auf eine Photoplatte gelangen, innere Organe ohne chirurgischen Eingriff sichtbar machen kann.

Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen, aus: Meyers Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 5., gänzlich neubearbeitete u. vermehrte Auflage, 19. Band = Jahres-Supplement 1898/1899; gegenüber S. 882.

Insofern es sich bei den sog. bildgebenden Verfahren in der Medizin um mechanische Techniken der Visualisierung handelt, verfolgen wir das Thema nicht weiter. Hingewiesen sei auf die für Laien verständlich abgefasste Publikation: Gustav K. von Schulthess: Röntgen, Computertomografie & Co. Wie funktioniert medizinische Bildgebung? Heidelberg / Berlin: Springer 2016 (Neujahrsblatt der Gelehrten Gesellschaft in Zürich auf das Jahr 2017).

Diese Visualisierungsmethode gibt es auch realisiert ohne X-Rays, sondern mit der zeichnerischen Begabung eines Illustrators. Im Gegensatz zur Methode des Aufschneidens hat sie den Vorteil, dass die äußere Form als ganze unbeschädigt dargestellt wird, wodurch der Eindruck eines funktionstüchtigen (bzw. für Lebewesen lebendigen) Objekts entsteht.

Helveticus, Neues Schweizer Jugendbuch, Band 9 (1949), zum Artikel Heckmotorwagen (gegenüber S. 126)

Das Bild ist eine Kopie aus: Der KdF-Wagen von A–Z, Frankfurt am Main: Breidenstein 1940. (Bereits 1938 erschienen; Bild aus dem Original in der Sammlung von Michael Stoll, Augsburg):

Das folgende Bild sieht auch aus wie ein geröntgter Hirsch. Falsch. Die Bildlegende sagt: Der Riesenhirsch aus der Quartärzeit mit den Umrissen der mutmaßlichen äußeren Form des Tieres. Es handelt sich mithin um die Rekonstruktion der äußeren Gestalt anhand der gefundenen fossilen Knochen.

Wilhelm Leche, Der Mensch. Sein Ursprung und seine Entwicklung, Jena: Fischer 1911. Figur 325

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Abrollen

Bei dreidimensionalen Ojekten ist nur ein bestimmter Teil der Oberfläche sichtbar. Will man den ganzen Gegenstand in der Ebene des Printmediums sichtbar machen, kann man ihn abrollen.

Die Goldhörner von Gallehus waren zwei Blas- oder Trinkhörner, die 1639 bzw. 1734 in Gallehus/Tondern im Süden Dänemarks gefunden wurden. Sie sind auf die Zeit um 400 n. Chr. datiert. Die Hörner bestanden jeweils aus einem inneren, stabilisierenden Goldhorn als Grundkörper, über welchen einzelne Goldreifen mit gepunzten Menschen-, Tier- und Sternmotiven gezogen waren. Auf dem zweiten, später aufgefundenen Horn befand sich zusätzliche eine frühe Runeninschrift. (Dies ist jedoch nur noch von den frühen Kupferstichen und Beschreibungen eruierbar, da die Hörner im Jahre 1802 von dem Goldschmied Niels Heidenreich aus der Kunstkammer in Kopenhagen gestohlen und eingeschmolzen worden sind.)

Das 1639 entdeckte, längere Horn wurde von Olaus Wormius in einer Abhandlung mit dem Titel »De aureo cornu« (1641) abgebildet und beschrieben. Für den Kupferstich bediente er sich dabei der Technik der Abrollung, um die gesamte Figurendarstellung ersichtlich zu machen. Da es sich um einen zylinderförmigen Gegenstand handelt, stellen sich dabei – ebenso wie bei den kegelförmigen griechischen Vasen – kaum Probleme (der Stich von Worm weist jedoch mehrere inhaltliche Fehler auf). Hier die Kopie bei Happel (1685):

E. G. Happelii grössester Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. Worinnen dargestellet/ außgeführet und erklähret werden Die Denckwürdigste Seltzamkeiten/ So da in Historien, natürlichen Wundern/ am Himmel/ auff und in der Erden/ wie auch in und unter dem Meer zu finden seyn. Anderer Theil. Einem jeden curieusen Liebhaber zu gut auffgesetzet/ in Druck verfärtiget/ und mit vielen Figuren erläutert, Hamburg: von Wiering, 1685, nach Seite 504 > https://archive.org/stream/imageGIX360bMiscellaneaOpal#page/n569/mode/2up

In der klassischen Archäologie ist diese Abbildungtechnik zum Standard geworden:

Adolf Furtwängler / Karl Reichhold / Alois Huber, Griechische Vasenmalerei: Auswahl hervorragender Vasenbilder aus dem gleichnamigen großen Werke, München: Bruckmann 1924. > http://diglit.ub.uni-heidelberg.de/diglit/furtwaengler1924/0001

Literaturhinweise:

http://de.wikipedia.org/wiki/Goldhörner_von_Gallehus

Eric GrafOxenstierna, Die Goldhörner von Gallehus. Mit Zeichnungen von Borghild Kamph-Weiss, Lindingö: Selbstverlag 1956.

Hartner, Willy (1969), Die Goldhörner von Gallehus. Die Inschriften, die ikonographischen und literarischen Beziehungen, das Entstehungsdatum, Wiesbaden: Steiner 1969.

Anmerkung: Schwierigkeiten gibt es bei der Abbildung von Kugeln, da eine Kugeloberfläche sich nicht auf eine Ebene abrollen lässt. So kann keine Karte der Erde zugleich längentreu (›äquidisant‹), flächentreu (›äquivalent‹) und winkeltreu (›konform‹) sein, weswegen eine vollkommen verzerrungsfreie Darstellung der Erdkugel unmöglich ist.

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Aufklappen

Im Jahre 1538 erschien eine neue Art von Flugblättern, deren Bildmotive mehrlagig, d. h. aus übereinander geklebten, aufklappbaren Papierstreifen in unterschiedlicher Größe, konstruiert waren. Diese ersten anatomischen Klappbilder (engl. ›anatomical fugitive sheets‹) bildeten den Körper einer Frau ab – Anothomia oder abconterfectung eines Weybs leyb / wie er innwendig gestaltet ist – deren vordere Wand des Rumpfes sich nach oben aufklappen ließ. Danach konnten Betrachter durch weiteres Hochklappen schichtweise die einzelnen Organe freilegen und weiter in das Innere des Körpers vordringen. Kurze Texte auf beiden Seiten der Figur dienten der Erklärung, einige der Bilder waren zudem farbig gestaltet.

Der Ursprung dieser Klappbilder liegt in den anatomischen Holzschnitten des Spätmittelalters, wie sie unter anderem in Johannes de Kethams »Fasciculus medicinae« (1491) zu finden sind. Die Erfindung Heinrich Vogtherrs aber ermöglichte es erst, ein Objekt bis zu einem gewissen Grade in seiner Dreidimensionalität darzustellen. Kurz darauf, im Jahre 1539, veröffentlichte Vogtherr eine männliche Version, welche in Titel und Konstruktion eindeutig auf der weiblichen Darstellung basierte. Abgesehen von den geschlechtsspezifischen Veränderungen wurde der Rahmentext um acht Abbildungen von Organen ergänzt.

Eine nur basale Terminologie mit wenigen lateinischen Begriffen, der trotz wissenschaftlichem Anschein einfache Begleittext – mit Verweisen auf die Viersäftelehre – und die vorvesalische Anatomie der Figuren verweisen darauf, dass als Zielgruppe kein akademisches, sondern ein breites, anatomisch ungebildetes Publikum angesprochen werden sollte.

[Heinrich Vogtherr, 1490–1556], Anathomia oder Abconterfettung eynes Mans Leib, wie er inwendig gestaltet ist, 1539. – Nachdrucke: Augsburg: Jost de Negker 1539 – Nürnberg: Guldenmundt [ca. 1540] – Straßburg 1544 (dieser hier abgebildet) – Nürnberg: Weigel 1556 und 1570.

Vgl. > https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anatomical_fugitive_sheets_Wellcome_L0055172.jpg

In der Wellcome Library werden die Einzelteile in einer ähnlichen Darstellung in einem Film aufgeklappt > http://film.wellcome.ac.uk:15151/mediaplayer.html?fug_298-17&pw=524ph=600

Der kommerzielle Erfolg war gewaltig, eine Vielzahl an Auflagen und Nachahmungen erschien. So verwendete auch der Mediziner Georg Bartisch (1535–1607) die Technik der Klappbilder in seinem Buch über Augenheilkunde, »Ophthalmodouleia « (1583), welches 91 ganzseitige Holzschnitte enthält und das erste ophthalmische Werk in deutscher Sprache darstellt. In den ersten Kapiteln – den Abbildungen sämtlicher Augenkrankheiten, Operations- und Untersuchungsinstrumente, Heilverfahren und Behandlungsszenen vorausgehend – widmet sich Bartisch der Anatomie des Kopfes und des Auges anhand von anatomischen (zum Teil recht fragilen) Klappbildern. Um die Verortung der Augen im Schädel sowie deren Aufbau nachvollziehen zu können, kann sich der Betrachter Lage um Lage vorarbeiten, von den Haaren bis zu den Augen bzw. von den Augenmuskeln bis zur Pupille.

ΟΦΘΑΛΜΟΔΟΥΛΕΙΑ. Das ist/ Augendienst. Newer und wolgegründter Bericht von Ursachen und Erkentnüs aller Gebrechen/ Schäden und Mängel der Augen und des Gesichtes/ wie man solchen anfenglich mit gebürlichen Mitteln begegnen/ vorkommen und wehren/ auch wie man solche Gebresten künstlich durch Arzney/ Instrument und Handgriffe curiren, wirken vnd vertreiben sol. Mit schönen/ herrlichen/ Contrafectischen Figuren der Anatomiæ beydes des Heubtes vnd der Augen […] beschrieben Durch George Bartisch von Königsbrück […] [Dreßden: Matthes Stöckel] 1583.
> https://archive.org/details/ophthalmodouleia00bart

Noch 1932 war die Technik aktuell:

Der Große Brockhaus Band 12 (1932), s.v. Mensch

Eine Variante von Klappbildern, bei welcher Bilder ebenfalls mit einer weiteren Bild- bzw. Realitätsebene überlagert werden, die untere Ebene jedoch durchscheint, findet sich erst in neuerer Zeit. In neueren Ausgaben der Encyclopædiae Britannica und in der Brockhaus Enzyklopädie wurde bei anatomischen Tafeln der Klappmechanismus durch bedruckte durchscheinende Kunststofffolien und somit das Aufklappen durch ein Umblättern ersetzt.

Brockhaus, 17. Auflage, Band 12 (1971), s.v. Mensch — Vgl. Encyclopædia Britannica, Auflage 1961; Volume 1, s.v. Anatomy

Die Technik gibt es auch dreidimensional. Berühmt ist die Sammlung im Museum La Specula in Florenz: ›Collezione delle Cere Anatomiche‹).

Hunter Oatman-Stanford, Sacred Anatomy: Slicing Open Wax Women in the Name of Science and God (2016) > http://www.collectorsweekly.com/articles/sacred-anatomy

Literaturhinweise:

Joanna Ebenstein, The Anatomical Venus, Thames&Hudson 2016.

Andrea Carlino, Paper bodies: a catalogue of anatomical fugitive sheets 1538–1687, London: Wellcome Institute for the History of Medicine, 1999 (Medical History, supplement no. 19)

Das schrittweise Eindringen in einen Körper, d.h. das Offenlegen von Nichtsichtbarem, kommt bereits in der Frühmoderne auch in nichtphysiologischen Darstellungen vor. Der Ingenieur, Kartograph und Militärschriftsteller Wilhelm Dilich (1571–1655) brachte in seiner »Krieges-Schule« das Verfahren für die Darstellungen von Gebäuden zur Anwendung, so dass beispielsweise der komplexe Aufbau einer Festung nach und nach auf drei verschiedenen Ebenen erfasst werden konnte.

Wilhelmi Dilichii Hochvernünfftig gegründet- und auffgerichtete/ in gewisse Classen eingetheilte/ bißher verschlossen gelegen/ numehr aber Eröffnete Krieges-Schule. Worinnen/ nach genau und zuwissen genugsamer/ Der alten Römer und Griechen zu Wasser und Land geführten/ mit so viel als lebendigen Farben dargestellten Streit-Methode/ zusamt deren vorgezeigten/ damal üblichen/ Waffen und Rüstungen […], Franckfurt am Mayn: Zunner 1689.

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Explosionsbild

Ein komplexes System wird in seine Einzelteile ›zerlegt‹ so abgebildet, dass die Abstände zwischen diesen unter Beibehaltung der relativen Lage vergrößert werden. Dabei geht freilich der Gesamteindruck des Objekts verloren.

Die Bestandteile einer Kettensäge.

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Weitere Ein-sichten aufgrund solcher Techniken

Tatsachen betreffend

••• Eine andere Leistung als das Aufzeigen einer Innenansicht erbringt das Zuklappbild, das den Bergsturz von Plurs zeigt. Hier wird ein zeitlicher Ablauf visualisiert.

Der Bergsturz der im Bergell liegenden Stadt Plurs im September 1618, bei welchem der grösste Teil des Ortes verschüttet wurde, wurde in Flugblättern mehrmals dargestellt.

Auf dem Blatt von Scheuchzer wird das Ereignis durch ein Klappbild wiedergegeben. Das aufgeklappte Bild zeigt dabei den Zustand vor der Katastrophe, das zugeklappte Bild die Situation danach, und verdeutlicht so drastisch das Ausmaß des Unglücks:

Johann Jacob Scheuchzer, Helvetiae stoicheiographia, orographia et oreographia oder Beschreibung der Elementen, Grenzen und Bergen des Schweitzerlands, Zürich: Bodmer 1716; Kupfertafel nach S. 136.

Scheuchzer zitiert seine Quelle: In einer zu Zürich bey Joh. Hardtmeyer getruckten Relation werden gezehlet 1500 [Opfer], das darbey getruckte Kupfer habe <ich> wiederum erneueren/ und diesem meinem Werk einverleiben wollen/ weilen darinn vorgestellet wird die gelegenheit des Flekens vor= und nach dem Fall. Aus: Warhaffte Abbildung deß Fläckens PLUES [sic], in den Grawen Pündten gelägen, Zürich: Johann Hardmeyer, 1618. (vgl. Harms, Flugblätter, I, 212), bereits ein Klappbild, vgl. die Rekonstruktion von Münkner zeigt. > http://www.gbv.de/vd/vd17/23:676381V

Spezialliteratur zu Plurs:

Helmut Presser, Vom Berge verschlungen in Büchern verwahrt. Plurs, ein Pompeji des 17. Jarhunderts im Bergell, 1957; 2. Auflage Bern: H.Lang.

Jörn Münkner, Sensationeller Abgang. Eine Bergsturz-Inszenierung im Theatrum Europaeum und in Flugblättern; in Nikola Roßbach / Flemming Schock /Constanze Baum /Désirée Müller: Das Theatrum Europaeum. Wissensarchitektur einer Jahrhundertchronik. Wolfenbüttel 2012. (Theatrum-Literatur der Frühen Neuzeit) > http://diglib.hab.de/ebooks/ed000081/start.htm

••• In seinem Buch über die Möglichkeiten intelligenter Geländeabbildungen zeigt Eduard Imhof, dass man durch hintereinander gestellte Querprofile (d.h. Schnitte) die tatsächliche Steilheit der Wände, die Schlankheit eines Berges viel besser erkennen kann als duch eine Ansicht, wie sie dem unbewaffneten Auge sich darbietet:

Eduard Imhof, Gelände und Karte. Dritte, umgearbeitete Auflage, Erlenbach/Zürich und Stuttgart: E.Rentsch 1968; Abbildungen 58 (Querprofile ) – 59 (dieselben lagerichtig gestaffelt) – 60 (die wirkliche Ansicht, die breitere, weniger schroffe Formen vortäuscht).

••• Ein ähnliches Anliegen mag Albrecht Dürer (1471–1528) mit seiner seltsamen Zeichnung gehabt haben. In seinen Studien zur menschlichen Proportion stellt er Querschnitte durch den Leib dar – nit vnnütz den Bildhawern die da anfahen zu lernen die da auß holtz oder stein etwas machen wöllen auff das sie einem ding recht vnd genaw nach mögen kumen. Er gibt neun Schnittbilder (plus die Fußsohlen).

Nachfolge<n>t hab ich weyeter auffgerissen was forms der leyb gewind [gewinnt im Sinne von ›bekommt‹] in einem yedlichen schnydt wie er rund umbzogen sol werdenn so man auff sein gefierte [wohl ›quadratus‹, d.h. rechteckig aufgerichtet] ebne sicht/ das sucht man vnd fintz [findet es] auß dem bild nach der seyten vnd fürsichtig/ so sicht man als dann was dem gevierten plano abgeet in einem yedlichen schnidt – usw.

Als letztes Bild zeichnet er alle Schnitte übereinander:

Darnach hab ich wider aufgerissen in einem nidergedruckten grund dise umbzogen leybs lini die sich in den schnidten begeben ausserhalb der gefierten plana wie sie auff einander fallen/ und das anzeygt werde wie vil ein teyl den andern vbertrit.

Hierinn sind begriffen vier bücher von menschlicher Proportion durch Albrechten Dürer von Nürenberg erfunden und beschriben/ zuo nutz allen denen/ so zuo diser kunst lieb tragen M.D.XXViij. (Unpaginiert; Lage Yiji verso; das Bild zwei Blätter später; Reprint Nördlingen: Uhl 1980)
> https://archive.org/stream/hierinnsindbegri00dure#page/223/mode/1up

Moralisch

••• Ein populäres Flugblatt aus der 2.Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt in unaufgeklapptem Zustand ein Paar in prächtigen Gewändern; aufgeklappt erscheinen die Leiber unterhalb des Gürtels als Skelette. Der Text dazu:

Der Mensch von Erde ist gemacht,
Was nützet denn die große Pracht?
Kleider sind nur Sündendecken,
Heb sie nur auf, du wirst erschrecken!

   

Martin Scharfe / Rudolf Schenda / Herbert Schwedt, Volksfrömmigkeit. Bildzeugnisse aus Vergangenheit und Gegenwart, Stuttgart: Spectrum 1967, Nr. 76.

Den Verblüffungs-Effekt ermisst man, wenn man ein nicht-aufklappbares Bild dagegen hält, wo die modisch aufgeputzten Lebenden und die Skelette einfach nebeneinander gestellt sind:

Centuria Similitudinum […] Hundert Gleichnissen, In welchen durch Vorstellung Leiblicher Figuren gar schöne geistreiche Lehren Fürgebildet werden […] mit grossen fleiß zusammengetragen Durch Danielem Sudermann. Straßburg: J. von der Heyden [1624] > http://diglib.hab.de/drucke/420-1-theol/start.htm

Politisch

••• Die Klappbildtechnik wurde auch verwendet, um auf verborgene Geisteshaltungen aufmerksam zu machen. Ein antikatholisches Flugblatt um 1631/32, welches einen Holzschnitt aus der Reformation zur Vorlage hatte, bildet einen Jesuiten und einen Dominikaner ab. Klappt man allerdings die Blätter über den Köpfen der Figuren nach oben, so kommt unter dem Jesuiten ein Hundekopf, unter dem Dominikaner ein Wolfskopf mit einem Lamm im Maul zum Vorschein. Das Aufdecken lässt einen folglich auf das echte Wesen blicken, welches – wie der beigefügte Text unterstreicht – durch fromme Heuchelei sonst verborgen bliebe.

••• Louis-Philippe Ier soll am 31. Juli 1830, nachdem er als Lieutenant-général du Royaume an die Macht gekommen war, zu Marquis de Lafayette, der ihn bei der Thronbesteigung unterstützt hatte, gesagt haben: »La charte sera désormais une vérité!« – Die Verfassung wird von jetzt ab eingehalten werden. Aber bereits im ersten Jahr der Regierung des ›Roi bourgeois‹ erfolgten 45 Prozesse gegen die Verleger der satirischen Zeitschriften »Charivari« und »La Caricature«. Der Karikaturist verändert die Worte in »Le cachot [der Kerker] sera désormais une vérité!«. Wenn man die Türe aufklappt, sieht man die Wahrheit angekettet im Kerker.

Michel Delaporte (1806–1872) in: "La Caricature, N° 70, Pl. 142 (1.er mars 1832). Hier aus: Eduard Fuchs, Die Karikatur der europäischen Völker; 1: Vom Altertum bis zur Neuzeit, Berlin: Hofmann 1901; gegenüber S. 344.

Religiöse Ikonographie

••• Maria, der der Engel geoffenbart hat dass sie mit dem Heiland schwanger ist, besucht Elisabeth, der in hohem Alter der Engel verkündet hatte, dass sie Johannes [den Täufer] gebären werde. Lukasevangelium 1,39ff. (Luther 1545):

MAria aber stund auff in den tagen / vnd gieng auff das Gebirge endelich / zu der stad Jude [ins Bergland von Judäa] / vnd kam in das haus Zacharias [der Gatte von E.]/ vnd grüsset Elisabeth. Vnd es begab sich / als Elisabeth den grus Maria höret / hüpffet das Kind in jrem leibe. Vnd Elisabeth ward des heiligen Geists vol / vnd rieff laut / vnd sprach / »Gebenedeiet bistu vnter den Weibern / vnd gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Vnd wo her kompt mir das / das die Mutter meines HErrn zu mir kompt? Sihe / da ich die stimme deines Grusses hörete / hüpffet mit freuden das Kind in meinem Leibe.«

In Darstellungen dieser Begegnung (Visitatio, Heimsuchung) werden die beiden ungeborenen Kinder im Mutterleib gerne dargestellt, so hier im Wonnentaler Graduale der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe > http://digital.blb-karlsruhe.de/content/zoom/208648:

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Literatur zu Aufklappbildern allgemein:

Jörn Münkner, Eingreifen und Begreifen. Handhabungen und Visualisierungen in Flugblättern der Frühen Neuzeit, Berlin: Schmidt 2008 (Philologische Studien und Quellen 214); S. 88–137.

Michael Stoll (Prof. an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg) hat am Kolloquium der Schweizerischen Gesellschaft für Symbolforschung am 20. September 2014 vorgetragen: »Das Prinzip des ›progressive disclosure‹ in der Wissensvermittlung am Beispiel von Modell-Atlanten, Aufklapp-Büchern und Lehrmodellen«. Sein Handout hier auf Englisch im PDF-Format.

David Ganz / Marius Rimmele (Hgg.), Klappeffekte. Faltbare Bildträger in der Vormoderne, Berlin: Dietrich Reimer Verlag 2016 (Bild+Bild, Band 4).

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Eingestellt vom 6. Okt. bis 22. Dez. 2016 von P.M.; mit Dank für die Hilfe an Johannes Depnering und für Hinweise an Romy G.

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